07 Juli 2021

Sali zämu

Autos sind in der Familie Caldelari bis heute keine Statussymbole, sondern bloss Mittel zum Fortbewegungszweck.

Unser Fuhrpark bestand während meiner gesamten Kindheit aus einem Bus mit Ladebrücke, einem sogenannten «Sunntagsauto» für Ausflüge und einem «Räbuauto» für den Rest der Woche.

Es gab kaum eine emotionale Bindung zu den meisten dieser Gefährten, denn sie kamen und gingen. Die Reifen fuhren meist auf der letzten Rille, die Warnlämpchen blinkten mit der Weihnachtsbeleuchtung um die Wette und irgendwann machten kleinere und grosse Blechschäden den Export unausweichlich.

Doch dann schlug Mitte der Nullerjahre plötzlich dieser IVECO 35.10 TurboDaily als Occasion-Bus bei uns auf und alles änderte sich. Ein Fahrzeug, wie es heute nicht mehr hergestellt wird. Ein Wunderwerk italienischen Autobaus, ein treuer Wegbegleiter. Seit seiner Inverkehrssetzung im November 1997 war der Gute auf den Walliser Strassen unterwegs. Fuhr schwer beladen Berge hoch und runter, hat auf seinen knapp 280'000 km alles transportiert, alles gesehen, Forststrassen entdeckt, Schlaglöcher erwischt, Parklücken gefunden, heftige Hagelschauer überstanden und Glatteis gemeistert. Seine Stossstange machte Bekanntschaften mit verschiedensten mobilen und immobilen Dingen, doch die Rücklichter waren seine eigentliche Achillesferse.

Der Schuh fing überall an zu drücken.

Nicht bloss bei der Zentralverriegelung, am Ende funktionierten ehrlich gesagt nur noch die beiden elektrischen Fensterheber. Heuer ging er also nach 24 Jahren in seine wohlverdiente Pension.

Iveco
Ersetzen ist schwierig, aber da wir einen Bus brauchen, gab es keine andere Wahl. Seit einigen Wochen fährt nun also ein MERCEDES-BENZ 316 CDI mit dem Nummernschild VS 65050 für uns durch die Gegend. OK, der verbraucht weniger und sauber, hat eine grössere Ladefläche und höhere Nutzlast, aber lasst mich eines klar stellen!

Junge, mach deinem Vorgänger alle Ehre!

In dem Sinne, Griäss gehnt raus üsum Wii-Wundärland!

Euer Sandro


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